Wie wird man Oblate


Die Hinführung zur Oblation erfolgt in verschiedenen Stufen: Wer Oblate werden möchte, hat die Möglichkeit, mit dem vom Abt beauftragen Oblatenrektor Subprior P. Dr. Theodor Lutz OSB Kontakt aufzunehmen. Zur gegebenen Zeit kann mit Zustimmung des Abtes mit einem Aufnahmeritus eine Probezeit von etwa einem Jahr beginnen. In der Vorbereitung auf die Oblation wird der Kandidat mit der Regel und den Grundzügen monastischer Spiritualität vertraut gemacht.

Stimmt der Abt nach Rücksprache mit dem Oblatenrektor nach Ablauf des Probejahres der Bitte des Kandidaten zu, kann die Oblation stattfinden. In einem dafür vorgesehenen Ritus bringt sich der Oblate Gott dar und verspricht, als Christ in der Welt "unter der Führung des Evangeliums" und im Geist der Benediktregel zu leben. Oblation ist eine persönliche Lebensentscheidung und bedeutet nicht nur die Aufnahme in einen Freundeskreis der jeweiligen Abtei. Die Verbundenheit mit dem Kloster und dessen Gottesdienst bilden die Grundlage und Kraftquelle für den Einsatz der Oblaten in Familie, Beruf und Pfarrgemeinde.

Höre (Prol. 1)

Mit diesem Wort beginnt der hl. Benedikt seine Regel, die im Wandel der Zeiten bis heute ihre Lebenskraft bewahrt hat und immer wieder Menschen in ihren Bann zieht. Viele Christen innerhalb und außerhalb der Klöster finden in ihr Orientierung und Hilfe auf ihrem Weg zu Gott - "unter der Führung des Evangeliums." (Prol. 21)

Wahrhaft Gott suchen (RB 58,7)

Christen, die mitten in der Welt im Geist der Benediktsregel leben wollen, haben die Möglichkeit sich als Benediktiner-Oblate/Oblatin einem Kloster des Ordens anzuschließen.

Als Grundvoraussetzung wird vom Oblaten erwartet, dass er bereit ist, in allen Dingen wahrhaft Gott zu suchen" (RB 58,7), d.h. dass er überall und in jeder Lage Gott auf der Spur bleiben muss.

Er verlangt danach, ein hörender Mensch zu werden, um in allen Geschehnissen des täglichen Lebens das einladende und einfordernde Wort Gottes vernehmen zu können und sich im Gehorsam daran zu binden.

Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden (RB 43,3)

Ein Oblate stellt sich die Frage, ob er dem Gebet und der Teilnahme am liturgischen Leben der Gemeinde - der Begegnung mit dem lebendigen Gott in Wort und Sakrament - den ersten Platz einräumen und so dem "Gottesdienst nichts vorziehen" will. Er wird sich auch prüfen, ob er im Vertrauen auf die Hilfe Gottes das Kreuz Christi in die Mitte seines Lebens setzen möchte, d. h. ob er in der Nachfolge seines Meisters Jesus Christus Schmerz, Verzicht, Verlust, Loslösung und alles Widrige im Leben anzunehmen bereit ist.

Ihre Geistige Heimat

Benediktiner-Oblaten/Oblatinnen gehen den Weg der Nachfolge in bewusster Bindung an ein bestimmtes Kloster und setzten ihrerseits in ihrem jeweiligen Lebensbereich die Sendung des Klosters in die Welt hinein fort. In einem offiziellen kirchlichen Akt bindet sich der Oblate/die Oblatin an die von ihnen gewählte Klostergemeinschaft, an deren Gebet und Auftrag sie in Zukunft teilhaben. Nach Maßgabe ihrer Lebensumstände vollziehen sie einen Teil des kirchlichen oder monastischen Stundengebetes mit. Das Kloster selbst bietet Einkehrtage, regelmäßige Kontakte durch Rundschreiben und eine kontinuierliche geistliche Begleitung an und wird auch seinerseits durch die Verbundenheit mit seinen Oblaten/Oblatinnen auf vielfältige Weise beschenkt.

Ansprechpartner in der Benediktinerabtei Ottobeuren ist der Oblatenrektor Subprior P. Dr. Theodor Lutz OSB

(Auszug aus einem Artikel von P. Maurus Kraß OSB, in: Unter der Führung des Evangeliums - Handbuch für Benediktineroblaten)


Der Ritus der Oblation


Aufnahme in das Probejahr:


ERÖFFNUNG

V Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
R der Himmel und Erde erschaffen hat.

Laßt uns beten:
Herr Jesus Christus, König des Himmels und der Erde, lenke und heilige unser Herz und unseren Leib, unsere Gedanken, Worte und Werke. Gib, daß wir tun, was du gebietest, damit wir mit deiner Hilfe das Heil erlangen und frei werden, hier und auf ewig. Darum bitten wir dich,
der du in der Einheit des Heiligen Geistes mit Gott, dem Vater, lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.

LESUNG

Nach der Lesung: Ansprache.

AUFNAHME

Nach der Ansprache:

N., Sie haben darum gebeten, als Oblate in unsere benediktinische Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Empfangen Sie die Regel des heiligen Benedikt, nach deren Weisung Sie den Weg des Evangeliums gehen wollen. Lernen Sie diese Regel kennen und überlegen Sie, ob Sie nach Verlauf der Probezeit sich durch die Oblation für immer Gott in unserer Oblatengemeinschaft darbringen wollen.

FÜRBITTEN

SEGEN

Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, begleite Sie auf Ihrem Weg, heute und alle Tage Ihres Lebens. Amen.

Oder:

Der barmherzige Gott, den Sie mit aufrichtigem Herzen suchen, führe Sie auf dem Weg des Evangeliums; er bewahre Sie in der Treue, lasse Sie wachsen in der Hoffnung und vollende Sie in der Liebe. Das gewähre Ihnen der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.





Die Oblation:


(Entsprechend den Gebräuchen und Möglichkeiten des Klosters kann die Feier der Oblation im Rahmen einer Messfeier oder eines Wortgottesdienstes statffinden. Der Bezug der Oblation zur Eucharistie sollte auf jeden Fall deutlich werden.)

Im Rahmen der Eucharistiefeier:

Die Feier der Oblation beginnt an einer passenden Stelle der Messfeier, z.B. nach dem Evangelium.

HOMILIE, anschließend BEFRAGUNG:

Oblatenrektor: NN. (Tauf- und Oblatenname, Familienname), Sie haben während der Probezeit die Regel des heiligen Benedikt durch Lesung und Übung kennengelernt. Sie wissen, welche Verpflichtungen Sie durch die Oblation übernehmen.Wollen Sie unter der Führung des Evangeliums und im Geist des heiligen Benedikt Ihren Weg gehen und in allem wahrhaft Gott suchen?

Oblate: Ich will es.

Oblatenrektor: Wollen Sie als Oblate sich bemühen, Ihr Taufversprechen zu erfüllen, sich selbst zu verleugnen und so Christus nachzufolgen? Oblate: Ich will es mit der Gnade Gottes. Dank sei Gott. Legen Sie also im Vertrauen auf seine Hilfe Ihr Versprechen ab.

Oblate:
Im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
Im Jahr .... nach seiner Geburt, am ....
Ich, NN.
(Tauf- und Oblatenname, Familienname), bringe mich als Oblate der Abtei der heiligen Alexander und Theodor zu Ottobeuren Gott dar und verspreche im Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, aller Engel und Heiligen, im Geist des heiligen Benedikt nach der Weisung des Evangeliums zu leben, mich selbst zu verleugnen und Christus nachzufolgen.

Dieses Versprechen lege ich vor Gott und allen Heiligen ab, in Gegenwart des Hochw. Herrn Abtes NN. und der hier anwesenden Oblatengemeinschaft. Zur Bekräftigung habe ich diese Urkunde eigenhändig geschrieben.
NN.


(Die Oblationsurkunde wird auf den Altargelegt. Dann singt oder spricht der Oblate:)

Suscipe me, Domine, secundum eloquium tuum, et vivam, et non confundas me ab exspectatione mea. Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in saecula saeculorum. Amen.

oder

Herr, nimm mich auf nach deinem Wort, und ich werde leben; und laß mich in meiner Hoffnung nicht scheitern. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

(An dieser Stelle wird dem Oblaten als Erinnerungszeichen eine Kerze überreicht)

Es folgen Fürbitten und ein passendes Gebet.


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